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Review der US-Version


von Greg

 
 

 
  Legend of Legaia ist das zweite Rollenspiel, welches Wild ARMs-Produzent Akira Sato mit Sonys Inhouse-Team Contrail auf die Beine gestellt hat. Nachdem das Spiel gegen Ende '98 in Japan viel Anklang fand, erschien es im Frühling 1999 in den USA und sollte im darauffolgenden September auch nach Europa kommen. Leider lies die Umsetzung aus unerfindlichen Gründen sehr lange auf sich warten, bis das Spiel schliesslich erst ein knappes Jahr später im Sommer 2000 in Deutschland aufschlug. Dies ist ein wenig schade, da Legend of Legaia dadurch nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die es eigentlich verdient hätte ... doch genug herumlamentiert. kommen wir zum Spiel selber.

Das Spielprinzip und die grafische Gestaltung von Legend of Legaia erinnern ein wenig Squares Final Fantasy VII, Sephiroth-Klon inklusive, nur das hier die Umgebung wie Charaktere aus Polygonen bestehen. Trotz des Verzichts auf Renderhintergründe wirken die Locations recht detailliert, aufwendige Kameraschwenks sind an der Tagesordnung, die Charaktere sind ebenfalls recht nett animiert und harmonisieren gut mit dem Rest der Grafik. Leider hat der Zahn der Zeit doch ziemlich an der Optik genagt, angesichts etlicher, später erschienener 32- & 128-Bit Polygonkracher verblaßt die an sich ordentliche Grafik doch etwas. Gelungen hingegen und auch heutzutage noch hörenswert ist die von Flötentönen dominierte Sounduntermalung, die einem sehr gut ins Ohr geht.

Das Besondere an Legend of Legaia ist ohne Zweifel der Kampfmodus, die sich als rundenbasiertes 3D-Beat 'em Up bezeichnen lässt. Grafisch legt dieser gegenüber der In-Game Grafik um einiges zu, und der Spieler kriegt zum angreifen, zaubern und Items benutzen ein durchdachtes Interface zur Verfügung gestellt. Die 3 Hauptcharaktere Vahn, Noa und Gala beherrschen alle unterschiedliche Kampfstile und erlernen im Spielverlauf bis zu 15 Specialmoves sowie eine beträchtliche Zahl an Magien. Die Special Moves lassen sich per Kombinationen von normalen Attacken auslösen, und können den Charas auf verschiedene Weisen beigebracht werden, sei es von herumwandernden Meistern oder aus alten Schriften, die meist tief in den Kampfgebieten versteckt sind. Ein wenig anders sieht es bei den Zaubern aus, die FF-like von den Gegnern erlernt werden und mit Gebrauch immer stärker werden. Der Kampfmodus ist recht spektakulär in Szene gesetzt, die Specials sind wuchtig, die Magie ist schön animiert. Die Kamera bewegt sich hier im Gegensatz zum Rest des Spieles wesentlich dynamischer und fängt das Kampfgeschehen gut ein.

Was leider nicht ganz so gelungen ist, ist der eigentliche Spielablauf an sich, der doch recht eintönig und repetiv wirkt. Die 3 vorhin erwähnten Charaktere haben die Aufgabe, die Welt von einem lebensbedrohenden Nebel, der fast die gesamte Welt bedeckt, durch die Reaktivierung sogenannter 'Genesis Trees' zu befreien. Der daraus resultierenden Ablauf 'In den Nebel gehen, Genesis Tree wiederbeleben, ins nächste Nebelgebiet...' wird mit fortschreitender Spieldauer zwar durch einige gute Storywendungen und Überraschungen kaschiert, ändert sich im Großen und Ganzen aber nicht. Desweiteren ist der Schwierigkeitsgrad ein wenig unbalanciert, die Dungeons sind nicht besonders verwunden und lassen sich leicht erkunden, die Gegnerschaft hingegen verlangt schon ein wenig mehr Geschick. Der Hammer sind allerdings die zahlreichen Bosse, die oft wirklich an die Substanz gehen, sie sind taktisch und ausdauertechnisch sehr anspruchsvoll. Viele der Bosskämpfe sind ohne ausdauerndes Training und gute Planung nicht zu schaffen, also ist es ratsam, desöfteren einige Zeit in das Aufpowern der Charaktere zu investieren.

Für ein wenig Auflockerung sorgen zahlreiche Zwischenspielchen, die mittlerweile bei jedem Rollenspiel wohl zum guten Ton gehören. Neben dem obligatorischen Angeln kann man sich in einer Parappa the Rapper-ähnlichen Tanzeinlage betätigen, an Slotmachines und 2D Beat 'em Up-Automaten spielen oder in einer Kampfarena um besondere Items kämpfen. Die Story kommt, wie schon erwähnt, im Laufe des Spieles immer mehr in Fahrt, und hat auch einiges an lustigen Einlagen zu bieten, eine Slapstick-Orgie nach Tales of Destiny-Art wird aber nicht daraus. Abschliessend gesehen kann man Legend of Legaia uneingeschränkt jedem empfehlen, der ein Faible für 3D-Prügler alá Virtua Fighter oder Tekken hat und vor knallharten Kämpfen nicht zurückschreckt, alle anderen Interessenten investieren angesichts der altbackenen Grafik, des monotonen Spielablaufs und der etwas schleppend verlaufenden Story zumindest vor dem Kauf ein Probespiel.

  Fazit : Schön gemachtes Rollenspiel mit akzeptabler Polygon-Grafik und malerischem Soundtrack, welches mit einem beinharten Schwierigkeitsgrad aufwartet. Der etwas monotone Spielablauf fällt durch die an Dramatik stetig zunehme Story zwar nicht zu sehr ins Gewicht, bleibt aber allgegenwärtig, dafür sorgen viele Mini-Games für Abwechslung. Beat 'em Up Freunde freuen sich über den spektakulären Kampfmodus, welcher in Dynamik und Spezialeffekten mit den gängigen 32-Bit 3D-Prüglern mithalten kann. Spielzeit reicht von etwa 40 bis 45 Stunden.
 

 
 

 
Grafik       

Sound      

Spielspaß