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Review der PAL-Version


von Greg

 
 

 
  Auf dieses Spiel habe ich mich persönlich wie Wahnsinnig gefreut. Im Juni 1997 erschien mit Suikoden das erste reinrassige Rollenspiel auf der deutschen PSX, zu einer Zeit als man Final Fantasy VII und Wild ARMs nur aus Zeitschriftenberichten kannte. In Japan noch als Genso Suikoden betitelt, griff das Spiel eine alte japanische Erzählung um die "108 Sterne des Schicksals" auf und präsentierte dies im Gewand eines traditionellen Field-RPGs mit innovativen Spielelementen. Die US-Version fiel durch das wohl grauenvollste Cover der Videogamegeschichte auf.

Wie schon gesagt ist Suikoden ein klassisches Field-RPG im Stil von Chrono Trigger, ihr beobachtet das Spiel aus einer erhöhten Vogelperspektive mit einer schön gezeichneten aber etwas steifen Anime-Optik. Die Story spielt im Scarlett Moon Empire, in der sich ein kleiner Teil der Bevölkerung als "Liberation Army" gegen die Unterdrückung durch die imperialen Streitkräfte um König Barbarossa stellt. Der (unbenannte) Held des Spieles ist der Sohn eines berühmten Generals und wird dank seines besten Freundes und einer der 27 "Runen der Wahrheit" in die Freiheitskämpfe mit einbezogen. Im Laufe des Spieles wird dann der Aspekt um die 108 Sterne langsam eingeführt. Der Held kriegt sein eigenes Schloss und kann über das ganze Land verteilte Charas rekrutieren welche dann im Schloss leben, dort Geschäfte, Badehäuser usw. betreiben und teils auch in eure (insg. 6 Leute fassende) Party aufgenommen werden können. Viele der Charaktere kommen automatisch in eure "Armee", andere hingegen wollen überzeugt werden und kommen erst unter den entsprechenden Voraussetzungen mit. Noch schwieriger ist das Aufspüren der versteckten Charas, welche sich derart gut verschanzt haben, dass ihr schon einiges an Hinrschmalz aufwenden müsst wollt ihr ihre Dienste in Anspruch nehmen. Die Jagd auf neue Charas entwickelt sich zum großen Spaß neben der eigentlichen Storyline und kann etliche Stunden extra verbrauchen. Eine weitere Neuheit sind Massenschlachten, in denen ihr eure wuselnde Armee in einem taktischen Gefecht gegen die Truppen des Königs führt.

Technisch ist Suikoden für ein frühes PSOne-Spiel durchaus ordentlich ausgefallen. Die Grafik ist toll gezeichnet und lässt das Herz jedes Anime-Fans höher schlagen, die Animationsphasen wirken hingegen etwas statisch. Damit das Ganze nicht zum reinen Grafikadventure ausartet haben die Entwickler viele kleine Details wie fliegende Tauben eingestreut, verschachteltes Parallax-Scrolling sorgt für die nötige Tiefe der Optik. Der Einsatz von Polygonen beschränkt sich rein auf die dynamischen Kampfarenen, in denen sich eure Party in einer Breath of Fire-artigen Sicht simultan mit den Gegnern misst. Die Figuren bleiben auch hier im Bitmap-Gewand und pixeln leider bei nahen Zooms sehr stark auf, dafür bewegt sich die Kamera sehr gut und Zauber sowie Combospecials sind fulminant in Szene gesetzt. Nichts zu bemängeln gibt es bei der Musik, denn der Soundtrack zählt zum besten was in Spielewelt zu finden ist. Die Stücke sind von Flöten- und Gitarren dominiert und mit haben teils einen starken, traditionell-japanischen Einfluss und lassen sich auch gut abseits der Konsole lauschen.

Suikoden ist auch trotz des fortgeschrittenen Alters immer noch ein Spielchen wert. Das typische RPG-Gameplay wird dank der spannenden Story, der guten Optik und Musik sowie dem damals einzigartigen 108-Charakter System zum kurzweiligen Vergnügen. Leider vergaben die Zeitschriften damals in der 3D-Euphorie der immer noch frischen PSOne nur niedrige 70 %-Wertungen wodurch Suikoden nicht ganz die Anerkennung bekam die es verdient hatte. Zu Bemängeln wäre die etwas kurze Spielzeit welche im ersten Durchlauf nur knapp die 20-Stunden Marke überschreitet, aber die ausgedehnte Chara-Jagd sorgt für ein paar vergnügliche Extra-Stunden. Der Final-Spielstand kann übrigens beim exzellenten Nachfolger verwendet werden und dort Sidequests und Chara-Werte beeinflussen, hebt ihn also am besten auf oder ladet euch meinen Endsave runter. Eine deutsche Lokalisation war mal ursprünglich angedacht, konnte aber trotz der knappen 1 1/2 Jahre Abstand zum Japan-Original nicht mehr implementiert werden. Die hiesige Fassung hat deshalb nur englische Texte zu bieten, als Ausgleich müssen wir dafür nur schmale PAL-Balken ertragen.

  Fazit : Spaßiges Rollenspiel im aufgepeppten 16-Bit Gewand und obergenialem Soundtrack. Wer auf eine tolle Story und innovative Elemente wert legt, liegt bei Suikoden ganz richtig. Die Spieldauer reicht von 12 bis über 20 Stunden.
 

 
 

 
Grafik       

Sound      

Spielspaß